Väter & Geburtsfotografie

Seit ich mich mit dem Thema Geburtsfotografie befasse und vor allem jetzt, wo ich verstärkt nach Geburten für mein Portfolio suche, tangiert mich die häufige Einstellung des (werdenden) Vaters zu Geburtsfotos sehr deutlich. Immer wieder erlebe ich die Situation, dass eine schwangere Frau sich Fotos von der Geburt wünscht, es aber nicht dazu kommt, weil ihr Partner Bedenken oder Einwände hat. „Ich möchte keine zusätzliche Person im Raum“ ist der mit Abstand häufigste Grund, der genannt wird. Die Frauen sind dann oft sehr traurig darüber, ordnen sich ihrem Partner aber unter.
Obwohl ich diese Entscheidungen respektiere, komme ich dennoch nicht daran vorbei, zu sagen: Das finde ich sehr schade und es frustriert mich.
Deshalb möchte ich euch folgend 3 gute Gründe geben, warum ihr Väter ein gesteigertes Interesse an Geburtsfotos haben solltet:

1. Eure Frau braucht euch

Sie wünscht sich Fotos. Und wenn keine Geburtsfotografin anwesend ist, bleibt diese Aufgabe beim Vater – logisch. Während ihr also damit beschäftigt seid, euer Smartphone mit vor Aufregung zittrigen Händen, in die richtige Position zu bringen oder eure Kamera dazu zu bringen, halbwegs erkennbare Bilder zu machen (bei meist viel zu wenig Licht), lasst ihr eure wehende Frau zwangsläufig allein. Ihr könnt nicht ihre Hand halten, könnt ihr nicht ermutigende Worte ins Ohr flüstern und ihr seht den Durchtritt des Köpfchens eures Babys möglicherweise nur durch ein Display.
Also statt draufhalten, lieber festhalten – eure Frau! Immer in dem Wissen, es ist jemand da, der all diese Momente für euch festhält. Jemand der keinen anderen Job hat als zu fotografieren und zu filmen. Jemand der souverän mit der Kamera umzugehen weiß und selbst bei schlechtem Licht, alles wichtige einfangen wird.
Und ihr könnt euch ganz eurer Frau widmen.

2. Diese Momente sind einzigartig

Natürlich wisst ihr es bereits. Aber ich sage es trotzdem: Jede Geburt ist ein einzigartiges, unwiederbringliches Ereignis. Euer Baby wird nur einmal geboren. Es wird nur einmal seinen allerersten Atemzug tun. Ihr werdet es nur einmal zum ersten Mal sehen und berühren.
Wenn euer Kind also später zu euch kommt und euch fragt, wie das war, am Tag seiner Geburt … Dann könnt ihr ihm möglicherweise nur wage Details liefern und schickt es mit seinen Fragen zu seiner Mutter, die die Situation aber kaum noch präsent haben wird, da sie sich damals in einem tranceartigen Ausnahmezustand befand.
Wäre es nicht schön, wenn ihr statt dessen dann ein Album hervor holen und mit eurem Kind zusammen den Tag seiner Geburt Revue passieren lassen könntet?
Euer Kind könnte dann sehen, wie glücklich ihr wart, als ihr es zum ersten Mal gesehen habt. Denn ihr Väter seid natürlich dann auch auf den Fotos zu sehen – und ihr werdet großartig aussehen: Wie wahre Helden, die ihrer Frau in einem der größten Abenteuer des Lebens zur Seite stehen.
Stellt euch vor, wie viel das eurem Kind bedeuten könnte, welch großes Geschenk dies für euch und euer Kind sein könnte!

3. Eure Frau möchte es!

Eure Frau ist diejenige, die 40 Wochen mit den Ups & Downs einer Schwangerschaft zu kämpfen hat. Sie trägt dieses Kind, sie passt ihr Leben daran an. Und sie wird diejenige sein, die euer Baby unter größten Anstrengungen auf diese Welt schiebt oder eine schwere Bauch-Operation über sich ergehen lässt.
Egal wie euer Kind geboren wird – ich kann euch sagen: Es wird kein Spaziergang sein!
Dabei wird sie ganz in sich versunken sein, in ihrer eigenen Welt. Sie wird nicht realisieren, was um sie herum geschieht und sie wird sich anschließend nur sehr schwer daran erinnern können. Sie wird danach dürsten, diese Erinnerungen für sich zu vervollständigen.
Wenn sie sich also eine Geburtsfotografin wünscht, dann stimmt zu. Ich verspreche euch, dass die Bilder euch beiden sehr viel bedeuten werden.